Die DIN EN ISO 11690 ist die zentrale Richtlinie, wenn es darum geht, Arbeitsplätze mit lauten Maschinen leise zu gestalten. Sie beschreibt kein einzelnes Produkt, sondern eine systematische Methode, mit der sich Lärm in der richtigen Reihenfolge und an der wirksamsten Stelle mindern lässt. Für Industriebetriebe ist das wertvoll, denn ungeplanter Lärmschutz wird schnell teuer und bleibt oft wirkungslos. Bei der sta Group planen und fertigen wir Schallschutzlösungen seit 1986 nach genau diesem systematischen Ansatz. Dieser Beitrag erklärt, was in der Norm steht und wie Sie sie praktisch nutzen.
Die DIN EN ISO 11690 trägt den vollständigen Titel Akustik, Richtlinien für die Gestaltung lärmarmer maschinenbestückter Arbeitsstätten und liegt aktuell in der Fassung von 2021 vor. Sie richtet sich an alle, die Arbeitsbereiche mit Maschinen planen oder verbessern, und betrachtet ausschließlich den hörbaren Schall. Als international abgestimmte und europäisch harmonisierte Norm sorgt sie zudem für ein einheitliches Vorgehen über Ländergrenzen hinweg. Wichtig ist, dass sie sowohl für bestehende als auch für geplante Arbeitsstätten gilt.
Die Norm besteht aus drei Teilen mit klarer Aufgabenteilung. Der erste Teil, in Suchanfragen oft als DIN EN ISO 11690 1 geschrieben, behandelt die grundsätzlichen Strategien zur Lärmminderung. Der zweite Teil beschreibt die konkreten Maßnahmen, der dritte Teil als technischer Bericht die Berechnung der Schallausbreitung in Arbeitsräumen.
Angesprochen sind Planer, Produktions- und Betriebsverantwortliche sowie Fachkräfte für Arbeitssicherheit. Die DIN EN ISO 11690 ist kein Gesetz und damit nicht unmittelbar verpflichtend. Sie gilt jedoch als anerkannter Stand der Technik, auf den sich Betriebe und Sachverständige berufen. Gerade für exportorientierte Industriebetriebe ist dieser einheitliche Maßstab ein Vorteil, weil er international verstanden wird.
Bevor die DIN EN ISO 11690 einzelne Maßnahmen empfiehlt, verlangt sie eine systematische Herangehensweise. Am Anfang steht die Beschreibung der tatsächlichen Geräuschsituation, gefolgt von der Festlegung von Ziel- und Planungswerten für die einzelnen Bereiche. Diese Werte orientieren sich an der jeweiligen Tätigkeit, denn ein Kontrollraum braucht deutlich niedrigere Pegel als eine Fertigungshalle. Erst danach werden die wirksamsten Hebel ausgewählt und im Verlauf des Projekts immer wieder überprüft.
Das Herzstück der Norm ist ein einfaches Denkmodell. Lärm lässt sich an drei Stellen mindern, an der Schallquelle selbst, auf dem Übertragungsweg zwischen Quelle und Mensch sowie beim Empfänger am Arbeitsplatz. Je näher die Maßnahme an der Quelle ansetzt, desto wirksamer ist sie in der Regel.
Ein zentraler Gedanke ist der frühe Zeitpunkt. In der Planungsphase lassen sich leise Maschinen, kurze Wege und absorbierende Flächen ohne großen Aufwand berücksichtigen. Im laufenden Betrieb ist Lärmschutz dagegen meist aufwendiger und teurer, bleibt aber jederzeit möglich. Auch eine bestehende Halle lässt sich nach demselben Schema Schritt für Schritt nachrüsten, ohne den Betrieb komplett zu unterbrechen.
Die erste und wirksamste Stufe der Wirkungskette ist die Schallquelle selbst. Wer von vornherein leise Maschinen wählt, muss später weniger nachbessern. Die DIN EN ISO 11690 empfiehlt deshalb, die Geräuschemission schon bei der Beschaffung zum Kriterium zu machen. Schon kleine Unterschiede im Emissionswert summieren sich über die gesamte Nutzungsdauer einer Anlage.
Hersteller müssen den Emissions-Schalldruckpegel und bei lauten Maschinen auch den Schallleistungspegel angeben. Diese Werte machen Maschinen vergleichbar und erlauben eine bewusste Auswahl. So wird der Geräuschwert neben Preis und Leistung zu einem echten Entscheidungskriterium. Auch im laufenden Prozess gibt es Spielraum, etwa durch gekapselte Antriebe, eine weichere Materialführung oder reduzierte Fallhöhen, die den Lärm bereits an der Entstehungsstelle senken.
Auch der Zustand einer Maschine beeinflusst den Lärm. Verschlissene Lager, lose Teile oder fehlende Wartung erhöhen den Pegel oft deutlich. Regelmäßige Instandhaltung ist damit eine der einfachsten Lärmschutzmaßnahmen überhaupt.
Lässt sich der Lärm an der Quelle nicht weit genug senken, setzt die DIN EN ISO 11690 auf dem Übertragungsweg an. Hier liegen die meisten baulichen Lösungen, und genau hier liegt der Schwerpunkt unserer Arbeit. Ziel ist, den Schall auf dem Weg zum Menschen abzufangen.
Eine vollständige Maschineneinhausung umschließt eine laute Maschine und hält den Schall dort zurück, wo er entsteht. Wo das nicht möglich ist, schirmen Schallschutzwände einzelne Bereiche ab oder trennen laute von ruhigen Zonen. Oft ist die Kombination beider Maßnahmen am wirtschaftlichsten. Bei der Auslegung einer Einhausung kommt es dabei auf mehr an als auf die reine Dämmung. Lüftung, Wärmeabfuhr, Zugänglichkeit für die Wartung und schallgedämpfte Öffnungen für Material und Abluft entscheiden darüber, ob die Lösung im Alltag wirklich funktioniert.
Nicht jeder Lärm breitet sich über die Luft aus. Schwingungen übertragen sich auch über Fundamente und Stahlbau und strahlen an anderer Stelle wieder als Schall ab. Eine gezielte Schwingungsisolierung an der Aufstellung der Maschine unterbricht diesen Weg und wird in der Praxis häufig unterschätzt. Elastische Lager, schwimmende Fundamente oder entkoppelte Verkleidungen verhindern, dass sich der Körperschall ungehindert in der gesamten Konstruktion ausbreitet.
Auch der Raum selbst beeinflusst den Lärmpegel. In einer großen Halle mit harten Oberflächen wird Schall vielfach reflektiert und der Pegel steigt. Die DIN EN ISO 11690 berücksichtigt deshalb die Raumakustik als eigenen Hebel. Anders als an der Quelle wirkt diese Maßnahme im gesamten Raum und kommt allen Arbeitsplätzen zugute.
Absorbierende Flächen an Decke und Wänden schlucken einen Teil des Schalls und verkürzen den Nachhall. Dadurch sinkt der Gesamtpegel im Raum spürbar. Eingesetzt werden je nach Halle abgehängte Deckenabsorber, Schallschutzbaffeln oder absorbierende Wandverkleidungen. Wie Schallabsorption im Detail funktioniert, erläutern wir in unserem Beitrag zu den Grundlagen der Schallabsorption.
Wo sich die Quelle nicht weiter mindern lässt, schützt man den Menschen direkt. Schallschutzkabinen und Leitstände schaffen ruhige Inseln in lauter Umgebung, etwa für Bedien- und Kontrollarbeiten. Ergänzend helfen organisatorische Maßnahmen wie die Trennung lauter Prozesse von Daueraufenthaltsbereichen.
Die DIN EN ISO 11690 ist eine Norm und kein Gesetz, steht aber in engem Zusammenhang mit dem Arbeitsschutzrecht. Die LärmVibrationsArbSchV verpflichtet Arbeitgeber, Lärm nach dem TOP-Prinzip zu mindern, also technisch vor organisatorisch vor persönlich. Genau diese Reihenfolge bildet die Norm methodisch ab.
Wer eine Arbeitsstätte nach der DIN EN ISO 11690 plant, setzt die geforderten technischen Maßnahmen strukturiert um. Damit lässt sich gegenüber Behörden und Berufsgenossenschaften belegen, dass der Lärmschutz fachgerecht angegangen wurde. Die Norm liefert so die Methode zur Erfüllung der rechtlichen Pflicht.
Beide Ebenen ergänzen sich. Das Gesetz nennt das Ziel und die Rangfolge, die Norm zeigt den fachlich anerkannten Weg dorthin. In der Gefährdungsbeurteilung lässt sich so nachvollziehbar dokumentieren, warum welche Maßnahme gewählt wurde.
In der Praxis übersetzen wir die Systematik der DIN EN ISO 11690 in konkrete Projekte. Am Anfang steht immer die Analyse mit einer Schallmessung vor Ort, aus der sich ableitet, an welcher Stelle der Wirkungskette die größten Reserven liegen.
Auf Basis der Messung konstruieren wir die passende Lösung und fertigen sie in eigener Produktion, mit Elementen bis 6 Meter Länge und millimetergenau über einen 3D-Scanner erfasst. Anschließend übernehmen eigene Monteure den Einbau. So entsteht ein durchgängiger Schallschutz aus einer Hand. Bei einer lauten Zerkleinerung kombinieren wir zum Beispiel die Einhausung der Maschine mit absorbierenden Deckenflächen und einem schallgedämmten Leitstand, sodass mehrere Stufen der Wirkungskette zusammenwirken.
Diese Erfahrung bringen wir seit 1986 in jedes Projekt ein und wurden 2024 als eines der TOP 100 innovativsten mittelständischen Unternehmen Deutschlands ausgezeichnet. Eine Schallschutz Beratung mit Messung ist dabei immer der erste Schritt.
Die DIN EN ISO 11690 gibt Betrieben eine klare Methode an die Hand, um Lärm an Arbeitsstätten systematisch zu mindern. Sie ordnet die Maßnahmen nach ihrer Wirksamkeit von der Quelle über den Übertragungsweg bis zum Empfänger und verbindet so Technik, Raumakustik und Organisation. Wer früh nach ihr plant, schützt die Gesundheit der Beschäftigten und senkt zugleich die Kosten. Die richtige Reihenfolge spart dabei doppelt, weil Maßnahmen an der Quelle teure Nachbesserungen am Empfänger oft überflüssig machen. Sprechen Sie uns an, wenn Sie Ihre Halle oder einzelne Anlagen leiser gestalten möchten.
Die DIN EN ISO 11690 gibt Richtlinien für die Gestaltung lärmarmer Arbeitsstätten mit Maschinen. Sie beschreibt Strategien und konkrete Maßnahmen, um den Lärm an der Quelle, auf dem Übertragungsweg und beim Empfänger zu mindern.
Die Norm ist kein Gesetz und damit nicht unmittelbar verpflichtend. Sie gilt jedoch als anerkannter Stand der Technik und hilft, die Anforderungen der LärmVibrationsArbSchV strukturiert zu erfüllen.
Teil 1 behandelt die Lärmminderungsstrategien und das grundlegende Vorgehen. Teil 2 beschreibt die konkreten Lärmminderungsmaßnahmen wie Kapselung, Schallschirme, Schwingungsisolierung und Schallabsorption.
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